Das Leben ist nichts für Weicheier

Natürliche Widerstandsfähigkeit aufbauen

Wir sind in einem großen Missverständnis gefangen: Wir meinen, dass wir stärker sind, wenn wir das Leben besser kontrollieren. Tatsächlich aber kreieren wir so nur eine falsche Stabilität, die uns eigentlich schwächt, weil wir unsere natürliche Widerstandsfähigkeit verlieren. So wie das Immunsystem eines Kindes stärker wird, wenn es einem normalen Maß an Staub und Dreck ausgesetzt wird, und schwächer, wenn das Kind in einer sterilen Umgebung lebt, wird auch die Psyche schwächer, wenn sie nicht gelegentlich starkem Druck ausgesetzt wird. Ein solcher Mensch wird so schwach, dass fast jede Störung ihn erschüttern und brechen kann. Man darf sich ruhig einigen Stress und Druck aussetzen.

Manche versuchen, mit Hilfe Meditation stabiler und selbstbewusster zu werden. Wenn man das jedoch übertreibt, kann es dazu führen das man zu sensibel wird und jeder äußerliche Einfluss beginnt anstrengend zu werden. Man verliert plötzlich die natürlichen Abwehrkräfte oder wie man im Volksmund sagt, die dicke Haut. Der Mensch wird “entspannter” und “akzeptiert leichter”, aber diesen Zustand erreicht man auch mit der richtigen Einstellung. Im täglichen Leben stellt ein solcher Mensch meist fest, dass seine Abwehrkräfte ernsthaft geschädigt sind, dass er nicht wirklich zurechtkommt und am Leben teilnehmen kann. Er ist zu weich und empfindlich geworden, um in der Welt klar­zukommen. Was nicht bedeutet das Meditation schlecht ist. Im Gegenteil, sie ist sehr entspannend sowie eine Massage zum Beispiel. Aber man lässt sich auch nicht jeden Tag massieren 😉

Wie also kann man die Verweichlichung umkehren

Was können wir tun, um diesen Prozess der “Verweichlichung” umzukehren? In einer solchen Welt braucht man innere Stärke. Sie ist für die mentale und emotionale Gesundheit entscheidend wichtig und auch dafür, dass man sich ganz fühlt. Man braucht auch Willenskraft, ­einen stabilen Willen, um im Leben voll engagiert zu sein. Nur indem man seine eigene innere Stärke und Willenskraft entwickelt, kann man an den Machtspielen des Lebens teilnehmen, ohne sich in einen sicheren, dunklen Ort in ­seinem Inneren zurückziehen zu müssen.

Wo aber fängt man an, wenn man diese innere Stärke entwickeln will? Man muss sich als allererst bewusst werden das in diesem Leben alles möglich ist aber die Wege nicht zwingend immer einfach sein müssen. Man ist nicht allein auf dieser Welt deshalb gibt es ständige Reibung mit Anderen und natürlich wird einem da der ein oder andere Stein in den Weg gelegt.

Bist du bereit, aktiv an der Welt der Machtkämpfe teilzunehmen? Man sollte diese Frage schon mit ja beantworten können. Vielleicht will man sich manchmal nicht eingestehen das man selbst auch Machtkämpfe führen muss. Doch es ist etwas ganz natürliches und beginnt bereits in der Sandkiste. 😉

Wenn man sich selbst als empfindlich erlebt, meint man eigentlich: “Ich bin nicht so stark, wie ich es gerne wäre.” Wenn man in Momenten der Verzweiflung ruft: “Ich hasse diese Welt!” geht es eigentlich um das Gefühl “Die Machtspiele frustrieren mich, ich fühle mich so unendlich schwach und will meiner Niederlage nicht ins Gesicht ­sehen”. Was man eigentlich hasst, wenn man die Welt zu hassen meint, ist der Zustand, in dem man nicht so viel Macht hat, wie man gerne hätte.

Mit den Beinen fest am Boden

Schau immer der Sache ins Gesicht. Das Leben ist nicht immer einfach, aber es gibt keine Alternative. Gib deinen inneren Rückzug auf und komm raus. Immerhin bist du dieser Welt untrennbar verbunden, bist aus genau der gleichen Substanz gemacht wie jeder andere Teil von ihr. Es ist eine robuste Substanz, durch Milliarden Jahre der Evolution brachial geformt. Im Weltraum, den Sternen und hier auf der Erde. Du bist viel härter im Nehmen, als du gerne zugeben würdest. Tief in dir bist du wie alle anderen. Du suchst nach deiner eigenen Kraft und das Machtspiel fasziniert dich. Dieses Spiel, das letztlich nichts ist als Energie, die durch das Universum und deine Adern fließt.

“Schön,” sagst du vielleicht, “Vielleicht mache ich mit. Aber was hab ich davon? Nur so kannst du aktiv dein Leben gestalten. Nur in dem du dich jeder Sache stellst , kannst du sie beenden, verbessern usw. Das nennt man dann

„das Leben lebend leben“